Nein, komm du her wenn du was von mir willst!!


Vorhin bat mich mein Kind zu ihm ins Wohnzimmer zu kommen. Ich war gerade in der Küche beschäftigt beim Geschirrspüler ausräumen. Ich war einen Moment nicht achtsam da schoss es verärgert aus mir heraus: "Nein komm du her wenn du was von mir willst!"

Er ist dann nicht rüber gekommen und hat mich zum reflektieren gebracht. Warum hab ich so ablehnend reagiert? Was ist die Angst dahinter?

Diesen Satz habe ich als Kind zu hören bekommen, und habe ihn als automatische Reaktion abgespielt.

Es war die Sorge nicht fertig zu werden mit der Arbeit, etwas Genervtes weil man die Arbeit unterbrechen müsste und eigentlich fertig sein will. Fertig sein? Sind wir je fertig? In Wahrheit tun wir doch jeden Moment irgendetwas anderes, nur die eine Tätigkeit wird als "Arbeit" klassifiziert, weil sie vielleicht manchmal anstrengend ist, oder weil wir diese Dinge nicht so gerne tun. Damit wollen wir fertig werden um Dinge zu tun, die uns angenehm sind.

Ist es wirklich zu viel verlangt, kurz zu unterbrechen und zu meinem Sohn rüberzugehen? Als ich wieder mit der Achtsamkeit im Hier und Jetzt war bin ich zu ihm rübergegangen. Er wollte mir seine Wunde zeigen, wo er sich am Morgen verletzt hatte. Ich gab ihm einen Kuss drauf, streichelte seine Wange und ging wieder rüber in die Küche um den Geschirrspüler weiter auszuräumen. Ich hatte meine Arbeit unterbrochen um meinem Kind mein Mitgefühl und meine Liebe zu schenken, das wäre mir nicht möglich gewesen, wenn ich mich nicht in Achtsamkeit üben würde. Ich bin sehr dankbar für diese Übung, sie hat mein Leben schon so bereichert und tut es jeden Tag weiterhin. Alles Liebe, Sabrina