Nachgerechnet: Lohnt es sich auf besondere Momente zu warten?

Wir kennen es alle, wir warten oft auf besondere Momente, von denen wir uns Glück erhoffen.

Ich will gerne mal versuchen auszurechnen, ob sich das lohnt.

Ich habe nachgelesen, es gibt keine genaue Definition für einen Moment, beziehungsweise keine genaue Zeitspanne. Ich persönlich denke ein einzelner Moment ist vermutlich sogar unter einer Sekunde lang. Schauen wir uns das Bild unten an, wenn der Tropfen ins Wasser fällt, dieser eine Augenblick, in dem wir das wahrnehmen, es kann auf keinen Fall länger als eine Sekunde sein. Lasst uns der Einfachheit halber eine Sekunde zur Berechnung heranziehen.

Nun nehmen wir nur ein einzelnes Jahr eines Menschen. Und zwar ein Jahr in dem dieser Mensch heiratet. Das ist ein besonderer Moment im Leben, den sehr viele Menschen anstreben, und auf den sicherlich innerhalb dieses Jahres gewartet wird. Es müssen übrigens nicht immer riesige Highlights sein, aber wenn wir genau hinschauen, werden wir erkennen, dass wir ständig auf irgendetwas warten, und wenn es nur der besondere Moment des ersten Kaffees am Morgen oder der Mittagspause ist.

Da ich selbst verheiratet bin weiß ich, dass sobald man eine Hochzeit plant, geistig meistens nur noch diese Themen in den Gedanken kreisen. Es dauert ja auch oft lange, bis man alles vorbereitet hat für die Hochzeit, es muss viel organisiert werden. Aber zusätzlich denken wir daran wie es sein wird, was wir tun wenn die Band zu spät kommt, was sein wird wenn das Essen der Tante Ernestine nicht schmeckt, und ob wir wirklich Hans neben Agatha setzen können. Und passen wir überhaupt noch in das Kleid? Und wie wird die Frisur aussehen, und wie wird sie die beste Freundin finden?

Wenn wir heiraten passiert dies an einem Tag. Ein Tag hat 86.400 Sekunden.

Gehen wir davon aus, dass wir mit den Planungen ein Jahr vorher anfangen.

Quantenphysiker haben bewiesen, dass der gewönliche Mensch 60.000 Gedanken pro Tag hat. Jetzt gehen wir mal davon aus, wenn ich an mein Jahr vor der Hochzeit denke, natürlich variiert das auch, aber sagen wir dass die Hälfte der Gedanken sich um die bevorstehende Hochzeit drehen. Und ich glaube es könnte sogar noch mehr sein, aber irgendeinen Richtwert muss ich ja heranziehen. Dann sind wir bei 30.000 Gedanken Pro Tagx365 Tage=10.950.000 (!!!!) Gedanken in diesem einen Jahr vor der Hochzeit. Wenn wir jetzt noch annehmen das ein Gedankenmoment eine Sekunde dauert dann bedeutet das 10.950.000/60=182.500 Minuten/60=3.041,66 Stunden/24=126,73 Tage

126,73 Tage von 365 Tagen denken wir also darüber nach was an diesem einen Tag passieren wird. Das sind 34% dieses einen Jahres vor der Hochzeit!

Ich glaube es ist verständlich, dass die meisten dieser Gedanken nicht notwendig sind. Natürlich müssen wir planen, aber dann wenn es notwendig ist. Aber wir können mit Hilfe der Achtsamkeit erkennen welche Gedanken wir getrost loslassen können. Auch alle Sorgen dürfen wir über Bord werfen, wie es meine Meditationslehrerin Hildegard Huber so schön sagt: "Wir brauchen uns nicht zu sorgen, wenn das Haus abgebrannt ist, sind wir mit aufräumen beschäftigt". Vor allem verpassen wir in diesen 34% des Jahres unser Leben, denn das findet im Hier und Jetzt statt, und nicht in der Zukunft. Und natürlich sind da manchmal Momente der Langeweile, aber wollen wir deswegen den Moment verleugnen und uns gedanklich in der Zukunft aufhalten, die sowieso anders kommt als wir es uns vorstellen? Wenn man davon ausgeht, dass jedes Lebensjahr auf irgendetwas gewartet wird, und der Mensch sagen wir 80 Jahre alt wird, sind das 10.138,4 Tage, also über 27 Jahre die wir unachtsam verbringen. Was hätten wir in der Zeit alles erlebt wenn wir wirklich "da" gewesen wären? Alles Liebe, Sabrina PS: Korrigiert mich, wenn ich mich verrechnet habe, Mathe ist nicht mein Lieblingsfach ;)


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