Wie Achtsamkeit die Beziehung zu meinem Kind verändert

Unachtsam sitze ich neben dir und schaue in mein Handy. Achtsam sitze ich neben dir, lege den Arm um dich und spüre die Liebe die ich für dich empfinde. Unachtsam gehe ich mit dir spazieren und bin in Gedanken bei dem was noch zu tun ist, oder was mich gestern geärgert hat. Achtsam gehe ich mit dir spazieren und spüre meine Schritte, höre deine süße Stimme, sehe was du alles entdeckst, du bist wunderbar, du bist so oft im Hier und Jetzt. Unachtsam sitze ich beim gemeinsamen Spiel neben dir und überlege was ich jetzt alles lieber tun würde. Achtsam spielen wir zusammen, du hast soviele wunderbare Ideen, dir fällt immer etwas Neues ein, wir lachen zusammen und vergessen die Zeit. Unachtsam bringe ich dich ins Bett, bin ungeduldig und hoffe dass du bald einschläfst, du wirst dadurch unruhiger und tust dich schwer in den Schlaf zu finden. Achtsam bringe ich dich ins Bett, wir kuscheln uns zusammen, reden noch ein bisschen, sagen uns dass wir uns lieben und du schläfst zufrieden ein. Unachtsam machen wir Hausaufgaben, ich sehe nur die Fehler, mir geht es nicht schnell genug, ich rede verärgert mit dir und du kannst dich nicht mehr konzentrieren. Achtsam machen wir Hausaufgaben, ich übe mich in Geduld und helfe dir ohne dich zu kritisieren. Ich bestärke dich, du bemühst dich sehr, jeden Tag gibst du dein Bestes. Unachtsam bringe ich morgens vor der Schule meine Ungeduld zum Ausdruck. Ich dränge dich, dich schneller anzuzuiehen, und schimpfe wenn dir noch etwas anderes einfällt bevor du deine Zähne putzt. Achtsam wecke ich dich morgens mit lieben Worten und ausreichend Zeit. Wir frühstücken und reden, du erledigst alles in Ruhe und malst manchmal noch ein Bild bevor wir uns auf den Weg machen. Unachtsam rede ich verärgert mit dir, wenn du nicht beim ersten Mal machst was ich sage. Mein Ego fühlt sich verletzt und ich sorge mich, dass du bei den wichtigen Dingen auch nicht tust was ich sage. Achtsam bemerke ich meinen Ärger und meine Sorgen, bitte dich nochmal darum zu tun was zu tun ist, vielleicht sogar noch ein paar Mal. Du erledigst es irgendwann ohne das wir uns streiten mussten. Unachtsam halte ich dich davon ab auf den Baum zu klettern, ich sorge mich, ich will dich nicht verlieren. Achtsam lasse ich dich deine Erfahrungen machen, ich beschütze dich trotzdem, aber nicht aus Angst und Sorge sondern aus Liebe. Es gibt unachtsame und achtsame Momente, aber wenn wir täglich üben werden die achtsamen immer mehr. Mögen alle Eltern dazu fähig sein ihre Kinder achtsam zu erziehen, um sie zu liebevollen Menschen werden zu lassen, die im Hier und Jetzt leben dürfen. Sabrina Lachenschmidt




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