Kinder achtsam begleiten.

Sabrina Lachenschmidt -  Achtsamkeitstrainerin, Pädagogin und Autorin

Kurse und Coaching

Schreib mir gerne, wenn du dich für ein acht Wochen Achtsamkeitstraining  interessierst.

Warum Kinder nicht "hören", wenn unser Verstand mit ihnen spricht

Hilfe meint Kind hört nicht! 

Diese, oder ähnliche Sätze lese und höre ich oft von Eltern. Wann wird das besser, wann hören sie endlich, fragen sich viele.

Zu allererst eine gute Nachricht für alle Eltern. Jedes Kind "hört" ab und zu nicht. Also hören tun sie alle gut, wenn sie gesunde Ohren haben, aber manchmal wollen sie nicht tun was wir sagen. Und ich wage zu behaupten, wir hören auch nicht immer. Oder machen wir immer das was unser Kind oder unser Partner von uns will? Überprüfe das mal. Zuerst mal ob wir das tun, und wenn du es mit "nein" beantwortet hast, dann überprüfe ob es absolut notwendig für ein glückliches Leben ist, immer das zu tun was andere von einem verlangen.

Oder ob es vielleicht sogar essentiell ist, dass jedes menschliche Wesen eigene Entscheidungen treffen darf und aus Fehlern lernen darf.

Natürlich ist es wichtig, das Kinder lernen was richtig und falsch ist. Und es ist ebenso wichtig, dass sie nicht auf die Straße laufen, wenn wir ihnen erklären dass es gefährlich ist.

Aber wenn wir ehrlich sind, dann geht es beim Thema "nicht hören" meist um Kleinigkeiten.

Dennoch ist es eigentlich die Natur des Menschen zu kooperieren. Und die meisten Kinder tun gern was wir uns wünschen unter einer bestimmten Grundvoraussetzung. Wenn das Herz mit ihnen spricht und nicht unser Verstand.

Was soll da der Unterschied sein, fragen sich vielleicht einige. Das können wir in uns selbst erkennen. Eine Aufforderung des Verstandes wäre zum Beispiel der Glaubenssatz "Das tut man nicht, Jungen spielen nicht mit Puppen." Das ist etwas, was wir vielleicht so gelernt haben und ohne darüber zu reflektieren an unsere Kinder weitergeben wollen. Kinder merken sofort, wenn der Verstand der Eltern mit ihnen spricht.

Hier kann es dann passieren, dass ein Kind nicht "hören" will. Im Endeffekt hilft dir dein Kind dabei, bewusst zu werden. Alte Glaubenssätze und Reaktionsmuster aufzulösen. Freier zu werden. Wieder in Kontakt mit deinem Instinkt, deinem Herzen zu kommen. Wenn du damit durch die Übung der Achtsamkeit wieder mehr in Verbindung bist, dann wirst du eine bessere Verbindung zu deinem Kind haben. Es wird gerne öfter "hören" auf das was du sagst. Und wenn es mal nicht "hört" dann kann dein Herz besser damit umgehen, weil wir unsere Reaktionen verändern werden. Alles Liebe, Sabrina



Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll. -Johann Wolfgang von Goethe

Warum quengeln Kinder ständig?

Warum bist du nicht endlich zufrieden? Es ist gut jetzt! Hör auf! 

Wir kennen es alle. Kaum haben wir einen Wunsch erfüllt, kommt der nächste Wunsch. Das Spielzeug ist gekauft, ein neues muss her.



Hat das je ein Ende? Nein, hat es nicht, wenn WIR so weitermachen. Unsere Kinder tragen hier nicht die Verantwortung. 

Nur wir haben Einfluss auf die "Quengel-Situationen". Durch die Übung der Achtsamkeit lernen wir zu beobachten, was in uns vorgeht in Situationen die uns belasten.

Bist du genervt, weil dein Kind nie aufhört etwas haben zu wollen? Schau genau hin, hörst du jemals auf etwas haben zu wollen, auch wenn es nur in Gedanken ist? Auch wenn es nur der Wunsch ist, dass dein Kind nichts mehr "haben wollen soll"? Ist das nicht auch eine Art von quengeln? Vielleicht können wir bemerken was in uns vorgeht, und die Situation akzepieren. Vielleicht können wir Verständnis aufbringen, für unser Kind. Deswegen müssen wir nicht jeden Wunsch erfüllen, aber vielleicht können wir seine Wünsche respektieren. Vielleicht können WIR auhören zu quengeln, aufhören alles anders haben zu wollen. Vielleicht macht das ja alles anders? Probier es aus! Alles Liebe, Sabrina

Wann schläft es endlich durch?

Wir warten 9 Monate auf unser Kind und sind voll Freude, wenn es endlich in unseren Armen liegt.

Wie schade, dass wir diese Freude nicht ein Leben lang in uns tragen können. Denn leider schleicht sich schnell der (oft mühsame) Elternalltag ein, und wir fangen oft an zu warten. Wann schläft es endlich durch? Wir stellen uns diese Frage, wir fragen andere, wir vergleichen. Wir hoffen, dass es bald leichter wird. 

Wir könnten stattdessen diese wunderschöne, und eigentlich auch relativ kurze Kuschelzeit gemeinsam mit unserem Kind genießen. Es braucht gerade die ersten Jahre unsere Nähe, vielleicht können wir unser Kind nahe bei uns schlafen lassen. Wenn es dann in der Nacht wach wird, können wir so meistens viel schneller wieder einschlafen als wenn wir aufstehen müssen.

Vielleicht wünschen wir uns, dass unser Kind bald laufen lernt, damit wir es nicht mehr die ganze Zeit tragen müssen.

Die Tragezeit sind vielleicht vier Jahre. Danach wird sich dein Kind wahrscheinlich nicht mehr tragen lassen wollen (was auch so sein darf) und du wirst es vielleicht bald auch nicht mehr tragen können. Sei achtsam im Moment, wenn du dein Kind trägst. Spür seine Wärme, streichel seine süße Backe, freu dich, dass ihr zusammen seid. Die Zeit geht schnell vorbei, sei dankbar für diese wunderbaren Momente der Nähe.

Dann kommt die Kindergartenzeit. Die Kinder wollen unsere Reaktionen kennenlernen, wenn sie mal nicht machen was wir sagen, sie wollen unglaublich viel wissen, und stellen gefühlte tausend Fragen, und das den ganzen Tag.

Wir wünschen uns vielleicht dass das aufhört, dass sie endlich ins Schulalter kommen und "vernünftiger" werden.

Die Kleinkindzeit ist meiner Ansicht nach sehr wichtig für den Aufbau der Eltern-Kind Beziehung. Hier kannst du dich, wenn du dich in Achtsamkeit übst, täglich weiterentwickeln. Dein Kind wird genau die Dinge in dir hervorrufen, die du noch heilen darfst. Alle alten Reaktionsmuster, die du vielleicht aus deiner Erziehung mitgebracht hast, werden hervorkommen, und du hast die Chance diese zu erkennen und zu verändern. Dein Kind ist sozusagen dein Lehrer und hilft dir, dich zu verändern. Wir können diese Zeit voll Dankbarkeit nutzen um uns weiterzuentwickeln, die Liebe in uns wachsen zu lassen, und Negatives loszulassen. Und die vielen Fragen....versuche sie zu beantworten! Dein Kind ist neugierig, es will die Welt kennenlernen, du darfst ihm die Welt zeigen und erklären und übst dich dabei in einer großen Tugend, der Geduld.

Warum immer auf den nächsten Abschnitt warten? Warum nicht im Moment mit unserem Kind sein. Im Moment für uns und unser Kind da sein, so wie es gerade ist, so wie wir gerade sind. Das ist achtsame "Erziehung". Alles Liebe, Sabrina